Interessante Artikel zum Thema Visual Studio 2005 Team System.
SD TimesArtikel [1],
eine durchweg eher kritische Publikation wenn es um Microsoft-relevante Themen geht,
führte eine Umfrage in eigenen Reihen bei 10.000 Leser durch, die erstaunliche Ergebnisse
lieferte "...More than 60 percent plan to adopt Microsoftâs latest IDE, survey
finds...". Nun ja, ein bischen euphorisch klingt es schon. Wenn man aber die
amerikanische Begeisterung für die neuen Technologien abzieht, bleibt dennoch eine
durchweg positive Reaktion auf die VSTS Entwicklungsplattform.
Es stellt sich immer die Frage, ob man einer 1.0 Version vertrauen
kann. Nun, Visual Studio ist eine Fortentwicklung, die mit einer Reihe bewährter Tools
erweitert wurde. So gesehen ist es keine Neuentwicklung, vielmehr eine Neuzusammenstellung.
Die ist bei weitem nicht vollständig, noch weniger bewährt. Potential lässt sich aber
duchaus erahnen. Ich glaube daher, dass die Erweiterbarkeit der Plattform bei
der Entscheidung die Hauptrolle gespielt hat. Wie bereits berichtet, hat sich Ivar
Jacobson zur Aufgabe gemacht, eine neue Implementierung des Nachfolgers seines RUP-Konzepts
basierend auf dem VSTS durchzuführen - es handelt sich dabei um eine reine Erweiterung
als VSI-Partner. So gesehen, sind wir am Anfang der Evolution in diesem Bereich. Es
werden sicherlich bald diverse ähnliche Implementierungen auftauchen.
ZDNet dagegen elaboriert die Funktionalität und stellt dabei fest:
"The single biggest missing link in IT development today, platform aside, is the
lack of proper architectural thinking in application development.". Es liegt
nicht unbedingt an Tools, es fehlt auch am Verständnis für die Problematik und einer
abstrakten Betrachtung. Durchgedachte Design-Konzepte und definierte Prozesse
die schrittweise unter Berücksichtigung der Patterns & Practices die System-Architektur
enstehen lassen können mit Hilfe richtiger Tools deutlich einfacher und flexibler
eingesetzt werden.
Bei Axinom, unter der Berücksichtigung der Grösse
des Unternehmens sowie des eingesetzten Teams, haben wir uns für ein lightweight Prozess
Framework Axinom Development Process entschieden, der am besten mit MSF
4.0 Agile verglichen werden kann. Nicht so umfangreich, für uns ausreichend.
Das Framework basiert auf den bewährten Praktiken diverser Ansätze und stellt eine
sowohl pragmatische als auch finanzierbare Vorgehensweise, wenn es um die Entwicklung
mit .NET geht. Wir wollen unseren Kunden ein gutes Preis-Leistungsverhältnis anbieten,
daher ist er unerlässlich dafür zu sorgen, dass die Entwicklung und Projektabwicklung
reibungslos und effektiv verläuft und dabei für gute Qualität gesorgt wird.
Einzelne Schritte (Kick-Off, Design, Dokumentation, Unit-Testing, Change Requests,
etc.) wurden mit Hilfe verschiedener Tools abgebildet, pragmatisch betrachtet haben
wir uns unsere eigene Suite zusammengestellt. Somit stand dem Einsatz von VSTS
nichts im Wege, denn für uns bedeutete es nur die Abbildung vorhandener Prozessschritte
durzuführen. Natürlich ist eine gewisse Investition in die Schulung und die Einarbeitung
der Mitarbeiter notwendig, aber die hält sich in Grenzen.
Der Weg vom Tool zum Prozess wäre wesentlich komplexer und eigentlich fast nicht einschätzbar.
Ich empfehle daher, zuerst die Erfahrung bei der Implementierung der Prozesse zu sammeln
und sich dann mit dem Auswahl entsprechender Tools zu beschäftigen. Ein bis zwei Projekte
werden dabei sicherlich nicht ganz optimal verlaufen, aber daraus lernt man am besten.
;-)