Im Beitrag Jobangebote vs Jobforderungen hatte ich bereits ��ber den - aus meiner Sicht gesehenen - Missstand von Jobangeboten der IT-Branche berichtet. Nun, diese Gedanken wurden weiterentwickelt und mit konkreten Vorschl��gen untermauert.
Bisheriger Stand Wer sich per Zufall ein Jobangebot aussucht, der findet darin haupts��chlich Forderungen, jedoch nahezu keine Anreize, sich auch tats��chlich zu bewerben. Gesucht wird ein Allrounder, ein Wunderwuzzi.
Umdenken ist notwendig Fakt ist, dass Unternehmen Mitarbeiter suchen. Diese m��ssen nat��rlich entsprechende Kenntnisse mitbringen um ihre Arbeit zuverl��ssig ausf��hren zu k��nnen. Sind daf��r jedoch alle angegebenen Anforderungen notwendig? Durchleuchten wir doch einige dieser Punkte:
Hochschulabschluss Ein akademischer Titel suggeriert Lernf��higkeit, Lernwille, Selbstdisziplin, Genauigkeit und noch vieles mehr. Ein abgeschlossenes Studium bedeutet jedoch nicht, dass alle diese EIgenschaften auch tats��chlich erf��llt werden. Auch wird durch den Studienplan festgelegt, welche F��higkeiten der Absolvent besitzen sollte. Das erfolgreiche Ablegen der Diplompr��fung bedeutet in der Realit��t aber nicht, dass dem so ist.
In der Arbeitswelt tummeln sich jede Menge Nicht-Akademiker, die zwar m��glicherweise kein so breitgef��chertes (oberfl��chliches) Wissen besitzen wie Akademiker, daf��r jedoch in vielen F��llen eine h��here fachliche Kompetenz aufweisen.
Durch die Notwendigkeit eines Hochschulabschlusses, wird jedoch von Beginn an den Nicht-Akademikern die Chance auf diesen Job genommen. Es gibt auf beiden Seiten gute, als auch schlechte potentielle Mitarbeiter. So sollte nicht die Anforderung nach einem Hochschulabschluss gegeben sein, sondern vielmehr, die tats��chlichen Anforderungen bzw. die m��gliche Weiterentwicklung im Unternehmen. Dadurch kristallisiert sich sehr schnell heraus, ob nun doch ein akademischer Grad notwendig ist oder nicht. Besitzt jemand ohne akademischen Grad diese F��higkeiten bekommt er jedoch die M��glichkeit, sich zu bewerben (bzw. wird seine Bewerbung ernst genommen).
Ausschlaggebend sollten dementsprechend die tats��chlichen F��higkeiten sein und der Grad der ��bereinstimmung zu den gemachten Anforderungen.
Ich will, ich will - Angaben der Anforderungen Hier gilt nach der Gr����e des Unternehmens zu unterscheiden. Kleine Softwareschmieden vereinen mehrere Aufgabengebiete in einer Person. Hintergrund: Es kann sich nicht f��r jedes Aufgabengebiet einen eigenen Mitarbeiter (oder gar ein ganzes Team) leisten. Hier ist es unumg��nglich, dass ein Softwareentwickler auch Datenbank-Administrator ist, oder sich ebenfalls mit Netzwerken auskennen muss. Diese Tatsache kann nicht umgangen werden, sollte jedoch in einem Jobprofil angegeben werden - n��mlich als Hinweis zur Unternehmensgr����e und des tats��chlichen Aufgabengebietes.
Bei gr����eren Unternehmen gestaltet sich dieser Punkt einfacher. Hier gibt es oftmals eigene Datenbank-Administratoren, Entwickler-Teams in unterschiedlichen Auspr��gungen etc.
Nichts desto trotz sollten ganz klare Verh��ltnisse geschaffen werden. Es gilt sich zu ��berlegen, welche Anforderungen wirklich notwendig sind (keine utopischen Angaben) und welche optional f��r das Unternehmen hilfreich w��ren. Kaum wird es jemanden geben, der alle Anforderungen erf��llen kann, jedoch sollten diese klar (der Realit��t entsprechend) definiert werden.
Das wichtigste an dieser Stelle ist jedoch anzugeben, was der potentielle Mitarbeiter als Gegenleistung erh��lt. Nat��rlich steht das Gehalt im Vordergrund. Dieses ist - da ein bestimmter Betrag - klar bewertbar. Es stellt jedoch nur einen Teil der Gegenleistung dar. Was kann denn das Unternehmen noch bieten?
Vor allem Softwareentwicklern wird oft nachgesagt, dass sie meist nur ��ber eine geringe soziale Auspr��gung verf��gen, introvertiert sind, nur in ihrer eigenen Gedankenwelt leben. Dies ist schon lange nicht mehr so. F��r wenig Geld kann also jedes Unternehmen soziale Rahmenprogramme anbieten (gemeinsame Ausfl��ge, Sport, Besuch von Freizeit-Veranstaltungen). Welcher Entwickler freut sich beispielsweise nicht dar��ber, hin und wieder auf eine Fachmesse zu d��rfen?
Diese Angebote sind zwar nicht leicht zu bewerten (da nicht Bestandteil des Gehaltes), sorgen aber f��r eine besondere Grundlage f��r eine gute Zusammenarbeit und genau das sollte es sein.
Sind allgemeine Angaben gute Angaben? Besonders allgemein gehaltene Angaben k��nnen von einem potentiellen Bewerber nicht bewertet werden. Ein Beispiel:
Hervorragende C# Kenntnisse
Wie sind hervorragende Kenntnisse zu beurteilen? Kann man sich selbst als hervorragend einsch��tzen? Ja, kann man. Entspricht aber meist nicht den Tatsachen. Vielmehr bietet es sich an, klar zu beshreiben, was tats��chlich gew��nscht wird. Anstatt der obigen Angabe k��nnte dies so formuliert werden:
C# (Reflection, Threading, Generics)
Und schon ist klar, was gew��nscht wird. Ohne Missverst��ndnisse. Genauso sollte dies bei allen angef��hrten Forderungen passieren. Nochmals zur Erinnerung: Nur Punkte definieren, die auch tats��chlich ben��tigt werden, keine utopischen Angaben.