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by Damir Tomicic.
Original Post: Weißer Tee
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Weißer, gelber, grüner, schwarzer Tee ... wo liegt der Unterschied? Weisser Tee stammt
wie grüner oder schwarzer vom Teestrauch (Camellia sinensis), unterscheidet sich von
diesen jedoch durch die rigorose Auswahl der verwendeten Pflanzenteile sowie durch
seine Herstellung - der weisse Tee wird weder wie der grüne gedämpft noch wie der
schwarze fermentiert. .
Der weißer Tee ist eine Wiederentdeckung, obwohl eigentlich die erste und die ursprüngliche
Form der Tee-Zubereitung. Der historisch nicht überprüfbaren Überlieferung nach wird
weisser Tee in China seit 1500 Jahren angebaut. Bekannt ist, dass ihn bereits die
frühen Song-Kaiser (960-1279) schätzten. Im Westen hingegen war er bis vor wenigen
Jahren nahezu unbekannt. Den Knospen - genauer gesagt dem silbrigen, seidenartigen
Flaum, der sie umgibt - verdankt weißer Tee seinen Namen. Er gilt als edelste Tee-Sorte
der Welt. Mythen und Legenden zufolge soll weißer Tee lebensverlängernde Kräfte besitzen.
Aktuelle Forschungen wollen jetzt sogar belegen, dass weißer Tee bis zu 100 Prozent
effektiver ist und dreimal mehr Polyphenole besitzt als grüner Tee.
Im jeden Fall habe ich die Variante Yin Zhen, zu deutsch Silbernadel oder auch Silvery
Pekoe, ausprobiert. Der Yin Zhen wird an nur zwei Tagen im März (First Flush) um fünf
Uhr im Morgengrauen von Hand gepflückt, wenn noch Tau über den Plantagen liegt. Danach
wird er einige Stunden in der milden Morgensonne im natürlichen Wind auf Holzrosten
gewelkt, bis er zu fünfzig Prozent dehydriert ist. Danach sind die Knospen weich genug,
um ohne zu zerbrechen am selben Tag noch einige Stunden weiter an der Sonne getrocknet
zu werden, bis sie nur noch rund fünf Prozent Wasser enthalten. Es ist - so wurde
mir vermittelt - noch wichtiger als beim grünen Tee für die Zubereitung das Wasser
bei einer Temperatur von max. 80°C zu nutzen. Im Vergleich zu anderen Tee-Sorten
ist diese ziemlich teuer. Die 11 g kosten 2,50 Euro und reichen für 1L Tee. Wenn
man bedenkt, dass für ein Kilo Tee sind rund 30.000 Knospen notwendig sind und
auch nur eine sehr spezielle Pflückung ausgewählter Knospen erlaubt ist, erscheint
dieser Preis mehr als angemessen. Die traditionelle Pflückmethode, das "kaiserliche
Pflücken", war früher für Tees reserviert, die an den kaiserlichen Hof geliefert wurden.
Der Tee ist köstlich und wirklich empfehlenswert. Und wenn die Angaben zur gesundheitsfördernden
Eigenschaften auch nur zum Teil stimmen... :-)