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Original Post: Das schwierige Los eines Entwicklers
Feed Title: Norbert Eder - Living .NET
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Feed Description: Copyright (c)2005, 2006 by Norbert Eder
Jeder Softwareentwickler muss mal klein beginnen. Viele Fragen tun sich auf und oft ist es schwierig, den richtigen Startpunkt zu finden. Wer bereits seit Jahren erfolgreich Software entwickelt, um die Fallen weiß, Patterns kennt und sich auf die Erfahrung verlassen kann, verliert oft die Anfangsschwierigkeiten aus den Augen, mit denen ein Neuling konfrontiert wird.
Durch meine Lektorentätigkeit wurde ich vor allem in den letzten Tagen wieder darauf aufmerksam gemacht, worin tatsächlich die Probleme liegen bzw. sehr wahrscheinlich. Paradigmen wie die objektorientierte Programmierung sehe ich hier gar nicht so als tragisch an. Vielmehr stellen die wirklich zahlreich verfügbaren Möglichkeiten Einsteiger vor ein Problem. Wie vor 10, 15 Jahren stehen auch heute noch Programmiersprachen im Vordergrund, obwohl sie eigentlich nur ein Werkzeug zur Verfügung stellen. Hinter diesen Werkzeugen lauern zahlreiche Techniken/Frameworks, die verwendet werden wollen. Egal, in welche Ecke man guckt, alles und jeder verspricht, dass es damit noch viel viel einfacher geht. Um welchen Preis? Genau, man muss schon teilweise recht hart arbeiten, um am Laufenden zu bleiben. Ganz davon zu schweigen, dass man auch wirklich alles kennen und können kann. Nicht bei dieser Vielfältigkeit. Dass dabei Einsteiger den Überblick verlieren und den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen kann nicht verwundern.
Früher hat es gereicht, die CPU mitsamt der ALU und allem was sonst noch so dazu gehört zu kennen und ein paar Register (es mussten nur die richtigen sein) zu schupfen und schon konnte man sein Ergebnis (das was davor lag, lasse ich nun einfach einmal weg). Die Programmiersprache als solches war also auf ein Minimum ausgelegt und konnte so auch einfach benutzt werden. Heute hat ein Neuling schon viel zu tun, um überhaupt alle Möglichkeiten der Sprache zu lernen, mal abgesehen vom dahinterliegenden Framework bzw. den sonstigen verfügbaren Bibliotheken. Hier wundere ich mich ja selbst, wie man das denn selber alles immer irgendwie unter einen Hut bekommt.
Zusätzlich zur Thematik Programmiersprache/Framework kommt noch hinzu, dass ein heutiger Entwickler keineswegs mehr im dunklen Kämmerlein sitzt, sondern durchaus auch soziale Kompetenz mitbringen muss. Der Kunde möchte gut aufgehoben sein und dazu ist Kontakt einfach notwendig (verständlicherweise). Was genau resultiert daraus? Genau! Es bleibt nicht bei der Forderung nach sozialer Kompetenz, sondern der Softwareentwickler sollte sich grundsätzlich in sämtlich angesprochenen Bereichen auskennen. Dies können diverse Prozesse im Unternehmen des Kunden sein, das kann die Branche betreffen, in der sich der Kunde bewegt, betrifft jedoch auch die speziellen Technologie-Wünsche. Nicht oft kommt es vor, dass ein bestimmtes DBMS verwendet werden muss, der Datenaustausch zwischen Client und Server muss via XML passieren und schließlich möchte der Kunde auch noch die Oberfläche selbst anpassen können, wo wir dann wieder bei unterschiedlichsten Bereichen angekommen wären: Für Web hätten wir dann beispielsweise CSS, oder XAML für WPF Windows Anwendungen. Reporting darf auch nicht fehlen, wodurch dann Kenntnisse in XSLT recht hilfreich sind und schlussendlich sollen bestimmte Dokumente als XPS geschrieben werden. Dieses Spielchen könnte man nun schon ziemlich lange spielen.
Jetzt ist die IT Branche aber durchaus noch als eine junge Branche anzusehen, dennoch muss man feststellen, dass sie wohl vielseitiger kaum sein könnte. Rechnen wir noch mal 10 Jahre hinzu, dann möchte ich gar nicht wissen, welche neuen Techniken und Technologien bis dahin zusätzlich Einzug gehalten haben und über welche der heutigen man noch durchaus Know-How mitbringen muss. Ich denke es wird nicht einfacher für uns und auch nicht für diejenigen, die in diese Branche einsteigen möchten