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by Damir Tomicic.
Original Post: Back In Game #MIX10
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Die Keynote am ersten Tag stand im Zeichen zweier Technologien. Zuerst widme ich mich
der Neuheit des Jahres. In einer (aktualisierten) Wiederholung der MWC-Vorstellung
in Barcelona stellte Joe Belfiore auf der MIX10 die neue Windows Phone 7 Series
vor. Ein holprig langer Name für eine beeindruckende neue Entwicklung, die Microsoft
in vielen Bereichen drastisch verändern wird.
Seine Kollegen folgten mit den ersten intimen Informationen zur Entwicklungsplattform,
Tools und Applikationen. Es war unterhaltsam, wenn auch irgendwie vertraut, wenn man
die MWC-Auftritte gesehen hat. Dafür umso detailierter und konkreter.
Joe Belfiore ist für Microsoft offensichtlich genau das, was Jonathan Ive für Apple
darstellt. Er hat die Modernisierung der UI/UX-Konzepte bei Microsoft wie kein anderer
voran getrieben. Unter seiner Leitung entstanden die neuen UI/UX Konzepte für Windows
Media Center, Xbox und ZuneHD - die Windows Phone 7 Oberfläche sei die Kulmination
einer jahrelangen Entwicklung. Eine durchaus originelle und gelungene, wie ich finde.
Im Gegensatz zu Palm und Google, die den Apple-Ansatz nur verschlimmbessern wollen.
Ob es besser ist, wird sich in der Praxis zeigen, die erste Anmutung überzeugt und
sichert die Vorreiter-Rolle.
Das Layout ist typografischer und wesentlich flacher. Das Spiel mit der Fläche und
den großen Buchstaben verleiht dem Gerät ein modernes Aussehen und eignet sich dank
ausreichender Fläche nun gut für die Multi-Touch Steuerung. Die kleinen Icons des
Windows Mobile 6 sind nun endgültig verschwunden. Das Konzept der Live Tiles steuert
hauptsächlich den Zugang zur Information und zu den Aktivitäten.
Im Fall einer einfachen Bildbearbeitung zu erklären: bei iPhone verlässt man zuerst
die Foto-Galerie, ruft die entsprechende Foto-Applikation auf, wählt ein Foto aus,
verändert und speichert es. Anschliessend kehrt man zur Foto-Galerie zurück. Bei Microsoft
bleibt man in der Foto-Galerie, wählt die Applikation aus, die die Foto-Bearbeitung
als eigene Aufgabe "angemeldet hat" und und in der kontext-sensitiven Liste erscheint
und bearbeitet das Foto. Anschließend landet man automatisch wieder in der Foto-Galerie.
Dieser Ansatz wird konsequent in fast allen Bereichen angewandt. In den Kontakten
findet man bei einer Person alle Kontaktinformationen an einem Punkt versammelt -
ob es sich dabei um die Handy-Nummer, E-Mail, Facebook- oder LinkedIn-Informationen
handelt. Dabei entstehen virtuelle Identitäten, die eigentlich eine aggregierte Darstellung
der vielfältigen Online-Aktivitäten darstellen.
Dies stellt auch die Applikationsentwicklung vor neue Herausforderungen. Die Windows
Phone 7 Applikationen sollen sich nahtlos in das System einfügen und möglichst integrierte
Benutzererfahrung ermöglichen. So werden die Bing Maps in der Foursquare-Applikation
integriert und nicht wie beim Iphone in der zweiten Applikation dargestellt. Also,
die Zusammenarbeit und die Integration versus die Vielfalt der möglichst eigenständigen
Applikationen. Der Ansatz hat was.
Die Geräte und die UI/UX ist wirklich real. Es sind keine Showcases, alle Demos liefen
auch auf den echten Geräten, was natürlich für einige kleine Problemchen sorgte. Der
Fluch der fehlenden Netzwerk-Verbindung von der PDC09-Konferenz schwebte über Scott
Guthrie, als er die Steuerung des Kanonenroboters mit dem Windows Phone 7 vorstellen
wollte. Zuerst schien es, als ob die Vorstellung gar nicht gelingen wird, dann erstrahlten
die Gesichter auf der Bühne und die berühmten "Red Shirts" wurden in das Publikum
abgefeuert. Eine nette Idee. Leider flogen die Shirts nicht in unserer Richtung.
Ich habe natürlich nicht die Gelegenheit verpasst im "The Commons" Bereich (früher
als "Open Space" bekannt) die richtigen Geräte zu begutachten und mit dem iPhone zu
vergleichen ... die anfangs nervösen Mitarbeiter tauten schnell auf, als meine Fragen
einer konstruktiven Diskussion zuträglich wurden. Dennoch durfte man nur sehr "vorsichtig"
die Geräte begutachten. Es handelt sich hierbei um zarte Prototypen, man könnte sogar
von einer Hardware und Software CTP sprechen.
Die Bedienung fühlt sich gut an. Dank aktueller Hardware sind die Animationen flüssig
und die Multi-Touch Erfahrung verdient den Namen, die sie für sich zu beanspruchen
vermag. Die Leistung bei 3D anmutenden Übergängen ist deutlich schneller als im Demo
auf der Bühne, die kleinsten Verzögerungen sind mit der langsameren Kamera-Übertragung
zu erklären. Sehr schnell findet man sich zu recht und versteht die Idee hinter den
virtuellen Bändern.
Ich hatte die Gelegenheit in einem Kundenmeeting mit Charlie Kindel die
zukünftige Roadmap des Windows Phone 7 zu besprechen. Wir werden konsequent in den
nächsten Monaten viele Veröffentlichungen zum Thema erhalten, der Vorhang wird zunehmend
schneller fallen. Wenn die Geräte zur Weihnachten in den Läden erscheinen
sollen, kann man ganz gut die wichtigen Termine rückwärts datieren und davon ausgehen,
wann was passieren wird. Die Zeit vergeht schneller, als man denkt. Die übrig gebliebene
Zeit zur Finalisierung der Plattform wird genutzt um das Feedback der Partner und
Kunden zu sammeln und das Feature-Set mit priorisierten Funktionen zu vervollständigen.
Und dieser Feedback ist schon da: Copy+Paste, Socket Class, Component Class,
Component Licensing. Alles machbar. Hoffentlich noch. Die kleine Erwähung des
Kundenmeetings bedeutet natürlich, dass von uns auch sehr bald Applikationen
zu erwarten sind. Wie ich hoffe, sehr spannende. :-)
Nun kurz auch zur Plattform, der wichtigsten Neuerung aus meiner Sicht. Die Hardware
und die UI hin oder her, die coolste Geschichte der MIX10 war in einem Slide zusammengefasst:
ONE SILVERLIGHT
Die Windows Phone 7 Series setzt auf die gleiche Entwicklungsplattform, die uns von
der PC-Entwicklung vertraut ist. Und auf die vertrauten Entwicklungstools Visual Studio
und Expression. Das ist aus meiner Sicht die strategischste aller Entscheidungen.
Microsoft setzt auf Silverlight.
Microsoft setzt auf Silverlight als plattformübergreifende Technologie.
Microsoft setzt auf Silverlight als geräteübergreifende Technologie.
Microsoft setzt auf eine Silverlight-Plattform auf allen Plattformen und Geräten.
Mit der XNA-Plattform ist die Verbindung mit Xbox Live hergestellt und die Spielerfahrung
auf dem mobilen Gerät mehr als zeitgemäß. Und dann kam noch die große Ankündigung:
die Entwicklungs-Tools sind kostenfrei und ab sofort für alle verfügbar:
Dies bedeutet, dass die Applikationen sehr schnell für die Windows Phone 7 Plattform
entwickelt, migriert, bereitgestellt werden können. Und bestehende Silverlight-Applikationen
erweitert werden. Mit dieser Entscheidung ist Microsoft "Back In Game" in der mobilen
Welt. Zurück mit der gleichen Strategie, die Microsoft groß gemacht hat und Apple
so erfolgreich in der mobilen Welt angewandt hat.
Für diese Ankündigung(en) hat sich gelohnt nach Las Vegas zu fliegen.
Hier sind einige Tutorials und Videos zum Thema Entwicklung für die Windows Phone
7 Plattform: